Zum Inhalt springen

Alles begann mit der Combo – Es war einmal!

Die Wurzeln der PSF Combo liegen Anfang der 90ger Jahre in der für alle Beteiligten beglückenden Möglichkeit, die damals in der Padl so neu wirkende „Jazz-Musik“ durch Ausprobieren erster „Jazz-Standards“ in wechselnden Combo-Besetzungen interaktiv kennenlernen zu können.

Auch wenn alles noch sehr rudimentär – heute würde man sagen: „very basic“ – war und selbst die damals jungen Padl-Pädagogen wie Joe Matscheko und etwas später Richard Pöcksteiner zu dieser Zeit nicht viel näher der Jazzmusik waren als ihre begeisterten Studenten (wie zum Beispiel ein gewisser Rainer Lanzerstorfer), so war es dennoch die vielleicht schönste Zeit: Lukrative Auftrittsmöglichkeiten waren noch kein Thema, sondern allein die große „Lust auf mehr“- Musik und mehr gemeinsames Musizieren führte die Akteure immer wieder zusammen.

So begann sich eine neue Musik-Szene in der Padl zu entwickeln, zu der sich auch bald Studenten der neuen Jazz-Abteilung des Linzer Bruckner-Konservatoriums (heute Priv. Bruckner-Universität) gesellten, die viel Substanz in die Musik brachten.

Pädak-Feste (Partys - Mitte der 90ger-Jahre)

Joe Matscheko organisierte mit der Studenten-Vertretung Pädak-Partys und „gründete“ dafür verschiedenste Band-Formationen – mit „klingenden“ (?!) Bandnamen wie

  • „The-Very-Basic-Ensemble“ – (die Anfänger-Band am Beginn einer Party)
  • „The Folk-Section“ (spezielle Folkmusic – quasi unplugged Sound – auch „basic“)
  • „The Rock/Pop-Section“ (coole Pop-, Rocksongs – es wird härter)
  • „The Jazz-Section“ (Jazz-Formation mit  „Jazz-Standards“ von - bis)
  • „The Funk-Section“ (Fusion-Band – die „best of“-Formation)
  • (...)

Die Bühnenauftritte hatten starken Jam-Session-Charakter und waren genau deshalb für die Akteure so faszinierend. Den Partybesuchern mag es vielleicht ein wenig zu Jazz-lastig gewesen sein, aber die MusikerInnen spielten genau das, was ihnen totalen Spaß machte...

Als sich 1998 das PSF begründete, wurde dieses lose Bandgefüge zur

PSF–Combo zusammengefasst.

Welcome-Party

Zur selben Zeit erweiterte Joe Matscheko die Pädak-Studenten-Festl-Kultur um eine neue Veranstaltung, die der großartigen Verabschiedungskultur der Akademie eine studentengerechte Begrüßungskultur gegenüberstellen sollte und heute längst zu einem traditionellen Fixpunkt knapp nach Beginn eines Studienjahres geworden ist - Die

„Welcome-Party“: eine Veranstaltung der Studentenvertretung (heute ÖH) speziell für die Erstsemestrigen, organisiert und durchgeführt durch das PSF.

Ganz nach dem Motto - Zuerst die Kultur, dann die Party - hat sich bald ein bestimmter Modus entwickelt: Die PSF – Big Band spielt (speziell auch für alle erstsemestrigen  StudentInnen) zuerst die Herbstaufführung ihres jeweils aktuellen Programms und danach „rockt“ die PSF-Combo bei der eigentlichen Welcome-Party die Vorhalle.

Die gegenwärtige PSF-Combo

Seither hat sich viel weiterentwickelt und auch verändert; die (gar nicht so) wilden Anfangsjahre sind vorbei und die kleine, feine Padl-Jazz-Szene (der 90ger Jahre) gibt es auch nicht mehr. Zwar wurden aus manchen Jazz-Talenten von damals (akademisierte) Jazzpädagogen, die heute hervorragende Arbeit im Instrumentalausbildungsbereich der PH leisten, aber sie haben keine Zeit- und Raumresourcen (mehr), um mit interessierten Studenten die faszinierenden Jazz-Basics in kleinen Jazz-Combo-Situationen zu entdecken (außer im Regelunterricht, wie zum Beispiel Rainer Lanzerstorfer mit seinen Saxophonisten). So entsteht die paradoxe Situation, dass noch nie so viele „Jazzer“ in der PH versammelt waren wie heute, aber - der „Jazz“ hat keinen zentralen Platz mehr, sondern er wird auch von kommerziellen und damit vorrangigen Interessen verdrängt.

 Als um 2002 herum einige Band-erfahrene „Cover“-Sängerinnen (kurz Evelyn Mair und dann Ilona Buckreus) auf der Pädak studieren und zur PSF-Combo stoßen, wird von Joe Matscheko ein Bühnen erprobtes Popsong-Repertoire entwickelt und einstudiert, und seither prägen die „Combo-Mappe“ vor allem zeitgemäße Popsongs.

Auch Rainer Lanzerstorfer stößt bald darauf (ca. um 2003) mit seinem „Riesenfundus“ an bühnentauglicher Bandliteratur zur „neuen Pop-Combo“ und  übernimmt zunehmend (statt Joe Matscheko, der dies sehr begrüßt) eine musikalische und auch organisatorische Leitungsfunktion, die bis in die Gegenwart anhält.

Seither besteht die PSF-Combo prinzipiell aus viel versierteren (erfahreneren) Musikern als früher. Die Kenntnis zeitgemäßer Bandliteratur von Jazz-Standards über Soul, Funk, Fusion bis zu (und das vor allem) Pop- und Rock kann vorausgesetzt werden, Sängerinnen kennen und können das „übliche“ Repertoire. Auftritte werden knapp organisiert und perfekt „abgeliefert“; bei aller Freude, die schon noch spürbar ist, muss man wohl sagen, dass ein gewisser Pragmatismus Einzug gehalten hat – dem Publikum ist es egal – die PSF-Combo spielt immer auf „coolem“ Niveau und ist beliebt.

PSF-Combo-Perspektiven

Die Combo hat dann eine dynamische Zukunft, wenn sie (zumindest) für studentische Feste der PH in die Hände der PH-Musik-Studenten gelegt wird und die (alten) Professoren diese Verantwortung an Jüngere abtreten. Das Rad (der Zeit) dreht sich weiter und die Jugend hat kraftvolle Argumente und auch viel musikalische Qualität, um das hohe Niveau zu halten und neuen, zeitgemäßen Schwung zu entfalten.